Schlagwort-Archive: Patenschaft

Ich hab Erdbeeren auf dem Balkon!

Standard

Na ja gut, es sind keine echten. Dafür hat es dieses Jahr nicht gereicht. Aber hübsch sind sie trotzdem! *g*

Irgendwie überkam mich endlich mal die absolute Bastellust. Ja, endlich! Ich horte schon seit Monaten, Jahren, Jahrzehnten Anleitungen, Pappen, Scheren, Stifte und Kleber, um eeendlich einmal, wenn mich der Müßiggang überfällt, fröhlich vor mich hin zu basteln. Letzte Woche war es dann mal soweit. „Pippifax“, wird man sich denken. „Kindergarten“, hörte ich von meinen Teilnehmern immer. Pe! Ihr glaubt gar nicht, wie ultramegaentspannend das ist. Nix mit groß zählen, messen und – oh Lord – rechnen! Nee, nee. Da wird fröhlich gesessen, ein Liedchen gepfiffen und einfach nur gewerkelt.  Jetzt weiß ich auch, warum mein Vater seiner Werkstatt stets so geliebt hat. Die kommt auch noch irgendwann. Wenn mir die Pappe nicht mehr reicht und Holz her muss! Und ja, wenn ich mal Platz für so etwas habe. *grins*

Auf jeden Fall ist dabei noch dieses tolle Schild für meine Hexenküche entstanden

sowie dies hier für mein Patenkind.


Letzteres ist noch gar nicht genug von mir mit Bastel-, Strick- und Nähkrams überhäuft worden. Schlimm das. Ich bin eine ganz, ganz schlechte Patentante. Zumal ich jetzt auch noch so unendlich weit weg gezogen bin. Aber so gibt es wenigstens schon mal eine Kleinigkeit. Der Rest kommt auch noch. 🙂

Und daaaaann habe ich den absolut krass heißen Sonntag genutzt, um dies hier zu gestalten:

Voll der megakrassgeilcoole Jahreszeitenbaum, oder? Der ist auf einem Buch von TOPP drauf (und natürlich auch drin) und ich fand den immer sooo toll! Mann war das ein Act. Ich habe wirklich den ganzen Tag gebraucht, für die kleinen Blätter, die Tierchen und so alles. Der Hammer! Aber was soll man auch sonst tun, wenn es sooo heiß ist und man sich nicht bewegen mag, untätig sein aber auch nix ist? Genau. Schön sitzen, ein Liedchen pfeiffen und basteln Ich sag es ja. 😉

Aaaber ich war ja nicht nur daheim die Woche. Ich war auch wieder voll mit Kultur unterwegs und so. Samstag kam nämlich mein Patenkind ganz in unsere Nähe. Jippie! Und so traf man sich auf dieser wunderschönen Burg:

Na, welche ist dies wohl? Jene, die mindestens so teuer zu bereisen ist, wie die Burg Eltz, UNESCO Weltkulturerbe ist und zugleich mitten in Eisenach liegt? Genau. Dort, wo Martin Luther angeblich einen Tintenfleck an der Wand hinterließ (den ich beim besten Willen nicht ausmachen konnte): Die Wartburg.

Wenn man den urstlangen Berg hinaufgefahren ist und dann noch 5 Euro Parkgebühr raus rückt, muss man nur noch einen guten steilen Fußmarsch von- okay nur – 15 Minuten hinter sich bringen. Aber es lohnt sich ja so was von! Die Aussicht ist ein absoluter Traum und die Burg selbst wird, je näher man ihr kommt, immer schöner und schöner. Sie ist wirklich riesig und zu sehen gibt es wirklich eine ganze Menge. Von außen, wie innen. (Wobei es mich nicht wundern würde, wenn sie in den nächsten Jahren ein „Martin Luther Superstar“-Schild hinhängen würden. Macht sich bestimmt gut mit einem „Goethe rocks!“ in Weimar. *giggel*) Und hier habe ich dann direkt auch eine ganz tolle Entdeckung gemacht. In einem der Schaukästen hab ich nämlich ein aufgeschlagenes Buch mit diesem wunderschönen Bild gesehen:

Und ja, ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Denn eine Woche zuvor kaufte ich mir in einem Antiquariat eben dieses Buch, welches dasselbe Bild enthielt

Ich hatte da nicht wenig Geld für gelassen und fühle mich jetzt aber umso mehr bestätigt, dass ich da etwas ganz tolles erworben hab. *g* Zumal mein Einband viiiiel schöner ist, als der in dem Museum. Hah!

Ja, hier ist es gerade echt nicht langweilig. Und als ich dann Montag meinen „Jetzt muss ich aber endlich mal was für die kirchliche Hochzeit machen!“-Koller bekam, war es so ziemlich aus mit der Ruhe. Aber hey, ich war ja schon wieder voll gestärkt. Und bisher lief auch alles wie am Schnürchen. *trallala*

Advertisements

Neuer Status: Patentante

Standard

Ja es  ist wahr: Ich bin Patentante! Voll toll! Und noch von einem echt tollen und obercoolen Kind! Gut, das vernünftige Schlafen muss der kleine Matz noch lernen, aber damit muss ich mich ja gerade nicht rumschlagen. 😉

Auf jeden Fall ist das alles ganz großartig und ich bin auch echt total gerührt (ja immer noch, obwohl ich das alles schon seit geraumer Zeit weiß), dass seine Eltern mich ausgesucht haben. Vor allem ist es eine so große Sache für mich, weil da jemand sagt: „Wir möchten, dass Du unserem Kind hilfst, einen spirituellen Weg zu finden und wir wollen , dass Du Dich unserem Kind annimmst, wenn wir es nicht können.“ Es ist eine verwantwortungsvolle und ernst zu nehmende Aufgabe, zumal ich sie in diesem Fall alleine ausführe, und ich mache mir da natürlich auch meine Gedanken zu.

Generell ist das Thema Spritualität und Glaube heutzutage ja per se erstmal  hochdiskutiert. Früher gab es ja in erster Linie nur die Kirche. Da war es also ziemlich einfach, dem Schützling etwas beizubringen, schließlich haben ja (fast) alle nach diesem Glauben gelebt. Aber heute? Heute ist es schwierig genau das für sich zu finden, was man innerlich sucht. Und ja , ich glaube dass jeder innerlich nach etwas sucht. Und wenn es nicht Gott, die Göttin, Allah oder eine andere physikalische Kraft ist, die alles erschaftt, dann ist es das Ego, nach welchem man sich richtet. Egal was, jeder hat eine Vorstellung von etwas Größerem in sich, selbst wenn es „nur“ das eigene Dasein ist, welches man anerkennt. Schließlich glaubt man an etwas: an sich. Und was tun Religionen und spirituelle Gemeinschaften? Sie suchen einen Weg das Dasein eines jeden zu erklären und dazu eine höhere Macht, die den Kosmos, die Welt und alles in ihr erschaffen hat, voran zu stellen. Ist das abwegig? Veraltet? Längst überholt und gehört ausrangiert? Ich sage nein.

Nichts ist so wichtig für die Menschen, wie eine Gemeinschaft zu haben. Sei als Familie, als Freundeskreis, Verein jedweder Art oder eben spirituelle Gemeinschaft. Alle vier Formen haben unterschiedliche und ganz eigene Eigenschaften. Oft überschneiden sie sich (was für das Individuum sehr erfreulich ist, da es sich so umso „bestätigter“ und „am richtigen Platz“ fühlt), aber wenn das auch mal nicht der Fall ist, ist es nicht tragisch. Man kann eben nicht jedem Menschen über alles gleich gut reden. Schließlich hat jeder eine andere Vorstellung vom Leben und was es ihm bringen soll. Und das ist auch gut so! Schlecht wird es nur, wenn sich jemand von allen Gruppen ausgestoßen fühlt. Nicht zugehörig zu jemanden oder irgendetwas. Sehr guter Nährboden, für sehr schlechte Menschen, die nur manipulativ ihre Egoismen in der Welt durchsetzen wollen. Aber ich schweife zu sehr ab.

Was mache ich nun als Patentante?

Zunächst einmal muss man dazu sagen, dass das Kind nicht kirchlich getauft wurde, sondern eine „hauseigene“ Namenszeremonie bekommen hat. Diese Form wurde so gewählt, damit das Kind frei entscheiden kann, welcher spirituellen Gemeinschaft es später angehören möchte. Wenn es überhaupt eine haben möchte. (Ich finde, dass auch das immer eine Option sein sollte.)

Das heißt für mich, dass ich ihm eine neutrale Vertrauensperson diesbezüglich sein sollte. Aber geht das? Kann man den eigenen Glauben neutral vertreten und ihn anderen gegenüberstellen, ohne diese weniger gut dastehen zu lassen?  Ein schwieriges Unterfangen und ich hoffe wirklich, dass ich meine Aufgabe diesbezüglich gut machen werde. Denn ich sage, dass wirklich jeder das Recht hat, nach seinem eigenen Willen zu leben und glauben. Solange nichts und niemandem geschadet wird, wie es bei Extremisten leider immer der Fall ist, ist es nur natürlich, dass jedes Individuum seinen ganz eigenen Weg geht. Ja ich glaube, dass wir aus genau diesem Grund hier sind. Um eigene Erfahrungen zu machen, zu lernen und einfach – um zu leben.

Was heißt das in der Praxis?

Ich werde da sein, wenn Fragen kommen. Ich werde Denkanstöße geben, wenn sich Gelegenheiten bieten und ich werde versuchen möglichst viele Sichtweisen zu vermitteln, um das eine Ziel nicht aus dem Augen zu verlieren: Das dieser kleine neue Mensch seine ganz eigene Wahrheit und seinen Platz in dieser Welt findet. Ich freue mich wirklich, über diese Aufgabe. 🙂

Und ja, natürlich gab es auch ein Geschenk diesbezüglich meinerseits:

 

 

Ein Zwergenbeutel für den Zwerg und eine kleine „Venus von Willendorf“-Figur. Alles natürlich selbst hergestellt. 🙂

Oh ich merke, dass es vielleicht nicht ganz so wertneutral war, wie ich mich gerade so anprieß. Schließlich ist die Figur ein religiös-kulturelles Symbol der Göttin. Zumindest für mich…

Ach egal, was soll’s! Schließlich könnten Mickey Mouse und Winnie Pooh das Gleiche sein. Ob der göttliche Geist nun große schwarze Ohren hat, immer einen Honigtopf sucht oder eben weiblich ausladende Formen besitzt: Am Ende hat doch eh jeder ein ganz eigenes Bild davon, oder? 😉