Das Sehen schätzen lernen

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So viel unterwegs, so viel erlebt und so wenig Zeit zum Schreiben. Wie es halt so ist.

Letzte Woche Donnerstag war ich, nachdem ich sie ja schon bei dem Erfurter Krämerbrückefest kennen gelernt habe, bei der Flickenhexe. Und ich war soo happy! Nicht nur, dass ich ein paar neue Kniffe und Arbeitstechniken gelernt habe und eine Lösung für meine zu klein geratenen Patches an die Hand bekam (ich kann sie retten – jippie!), ich hatte auch einfach einen urstgemütlichen Nähabend mit ganz viel Quatschen und Fachsimpeln. Herr-lich! Das mache ich ganz bestimmt ganz bald mal wieder. Zumal ich die angefangene Decke – für meinen Balkontisch – ja noch fertig bekommen muss.

Zeigen kann ich leider gerade nichts, weil ich Hals über Kopf aufbrechen musste, da der Regen/Hagel/etc. alles hier in der Gegend mal wieder so richtig unterspült hat. So kam ich, über Umwege zwar, aber immerhin noch nach Weimar zurück. Nur, wie gesagt, ohne begonnene Decke. *gna*

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Kollegium zur Weiterbildung. Nach Frankfurt war die Fahrt angesetzt und zwar zum DialogMuseum. Dort haben wir die „Dialog im Dunkeln“-Führung mitgemacht, durch welche man, in absoluter Finsternis, wie ein Blinder  die Räume erkundet. Ich selbst kriege ja schon die Krise, wenn man Außenrolläden komplett beim Schlafengehen schließt, so dass ich echt ein wenig nervös bei der ganzen Sache war. Aber, neugierig und todesmutig, wagte ich mich rein. Der Guide (ein blinder Führer), lies uns dann, bewaffnet mit einem Blindenstock, die Räume erkunden. Er war total super in seiner Rolle und hat es von Anfang an verstanden, mit Witz und Charme, uns die Angst vor der Dunkelheit zu nehmen.

Ich sage Euch, es war echt eine Wahn“sinns“-Erfahrung. Aber auch eine, die ich nicht in „realer Form“ wiederholen möchte. Das Schlimmste war immer für mich, wenn ich das Gefühl hatte allein zu sein. Grässlich, aber ein wichtiger Erkenntnisgewinn. Und als wir wieder draußen waren brauchte ich wirklich erst mal eine geraume Zeit, bis ich das alles verdaut hatte.

Fazit: Sehr empfehlenswert, aber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Man erkennt, wie wichtig unsere Sinne sind und wie viel Respekt wir vor Menschen haben sollten, die ohne eines von diesen auskommen müssen.

Sehr extrem empfand ich dann den Kontrast, als ich an meinen vorigen Abend (Nähen mit bunten Patchworkstoffen) im Vergleich dachte. Ich brauche Farben. Und ich bin froh und dankbar, dass ich sie so sehen kann. Jetzt noch mehr.

Und für all diejenigen, die sich ebenfalls an Farben um sich herum erfreuen, sei noch dieses Guerilla-Häkelwerk gewidmet, welches ich am Samstag in Jena ausfindig machen konnte.

Häkelguerilla_Jena

 

 

Süß, oder? 🙂

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