Manchmal tut man einfach Dinge nur aus dem Grund…

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…dass man es kann.

Es gibt Tage, an denen ist man vielleicht etwas angeschlagen und geht trotzdem zur Arbeit und stellt im Nachhinein fest, dass es gut so war. Nicht anders hätte sein dürfen.

An solchen Tagen kann es vorkommen, dass der Spaß auf dem Schulhof ein wenig zu bunt wird, dass Kinder sich beleidigt fühlen und dass diese sich einfach nur rächen wollen.

Dann kann es wiederum sein, dass diese Kinder – trotz Verbot – ein Handy besitzen und ziemlich grundlos einfach ihre Eltern anrufen. Tja und dann gibt es mehrere Möglichkeiten:

a) Die Eltern ignorieren ihr Kind. (Weil sie ihr Kind und seine Art mit den Dingen umzugehen kennen/Weil sie keine Lust haben sich damit zu befassen/Weil es schlicht und einfach nichtig sein könnte)

b) Die Eltern kommen vorbei und halten ein ordentliches Gespräch. Sie hören alle Seiten an und treffen eine Zielvereinbarung (wenn alles wirklich ordentlich von statten gehen soll) und sind damit zufrieden.

c) Sie kommen vorbei und wollen die betreffende angestellte Person vor den Augen aller Kinder verprügeln.

Mal sehen, wie dies zu bewerten ist:

a) Ist eine sehr entspannte Alternative, die nicht immer zu wählen ist. Manchmal ist es doch besser in der Schule aufzuschlagen und nach dem rechten zu sehen, um vielleicht b) durchziehen zu müssen.

b) Ist die Wahl eines jeden vernünftigen Menschen, der sich mit seinem Kind und dessen Belangen auseinandersetzt. Pädagogisch die wertvollste Variante.

c) Ist einfach nur überzogen, gefährlich und in absolut keiner Weise umsetzungswert.

Und nun ratet mal, was an einem Tag wie diesem die Wahl eines Bürgers – der in einem gewissen Städtchen nicht einmal unbekannt ist – aussieht. Richtig: c).

Und dann sitzt man daneben – hat gerade noch fröhlich seinen Jogurt gelöffelt – und muss mit ansehen, wie ein Kollege vor den Augen der Kinder einer 1. Klasse denunziert und von der Bank geworfen wird. Prügel werden lautstark angedroht. Er solle woanders hin mitkommen, wenn es nicht vor den Augen der Kinder geschehen soll.

Was macht man da?

Nahezu kaum eines ordentlichen Gedanken oder Wortes fähig, geht man seine Möglichkeiten durch. Dazwischen war kein Platz. Und man selbst hätte absolut keine Schnitte gehabt. Also schaut man sich um, sieht zum Glück einen Trainer, der gerade andere Kinder unterrichtet und holt diesen. Und mit dessen Hilfe und dem Einreden einiger Kolleginnen – man selbst versucht die Augen und Ohren seiner Schützlinge von der Situation weg und zu sich selbst zu ziehen – kann Schlimmeres abgewandt werden.

Und danach? Danach beruhigt man die Kinder, lässt sie ein wenig die Situation verdauen und aussprechen. Und dann heißt es: Alltag an! Spielen! Andere Gedanken. Das beruhigt die Nerven. Auch die eigenen.

An solchen Tagen kommt man nach Hause, fragt sich, ob man noch mehr hätte tun können. Hätte tun müssen. Aber nein, es reichte. Die eigenen Möglichkeiten aus einem selbst heraus sind in solchen Situationen oft sehr begrenzt. Aber man kann schnell reagieren und Hilfe holen. Diesmal hat es gereicht.

Und trotzdem fühlt man sich schwach und verletzlich. Eine Aufgabe muss her. Eine, die Kraft braucht.

Und so schleppt man, in diesen Momenten etwas weniger lebenslustig, seine Reifen zum Auto. Treppauf, treppab, die Straße entlang und um die Ecke. Und wenn dann das letzte Rad eingeladen ist weiß man, das alles gut ist. Jetzt.

Zum Schluss schreibt man diese Zeilen, um zu zeigen, wie verrückt die Welt sein kann. Um zu zeigen, welche Dinge Menschen aus den merkwürdigsten Gründen tun. Um zu zeigen, dass solche schwachen Momente auch vergehen. Zum Glück.

Tage wie dieser, erinnern einen dann daran, dass nicht jeder verstanden hat, was ein soziales Miteinander bedeutet. Auch, wenn er es eigentlich groß auf dem Plakat in seinem Schaufenster stehen hat.

Traurig, aber manchmal ist die Welt, sind die Menschen genau so. Direkt neben Dir.

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  1. Nein, das war wirklich kein guter Tag. Und du hast in diese heiklen Situation wirklich ruhig und bedacht gehandelt. Traurig, dass es soweit kommen muss – wegen Kleinigkeiten, die kaum der Rede wert sind. Hoffentlich ist dieses Geschehen Anlass, um im Kollegium und Elternkreis ein Nachdenken anzustoßen.
    Ich wünsche dir viel Energie, um weiter mit Freude in deinem Beruf zu arbeiten
    Birgit

    • Ja, so langsam habe ich ihn verdaut, diesen Tag. Heute gab es natürlich wieder Gespräche darüber. Ich bin gespannt was nun passiert. Hoffe einfach auf die richtigen Konsequenzen für die betreffenden Personen.
      Aber alles geht weiter und ich bin um eine Erfahrung reicher und weiß jetzt, dass ich in solchen Situationen doch einen kühleren Kopf habe, als so manch anderer.
      Danke für Deinen lieben Kommentar. 🙂

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