Kind der 80er

Standard

Letztens habe ich bei einem guten Freund auf Facebook folgenden Text gelesen:

 

Und ja, es war genau so. Interessant, wie schnell sich doch die Zeiten ändern. Und auch die Ansichten. Wir sind anders aufgewachsen als die Kinder heute. Und ich habe das Gefühl, dass es für uns einfacher war.

Heute müssen die Kinder möglichst schnell viel lernen. Das geht da noch am besten. Und dann müssen ihre Talente gefördert werden. Und dann müssen sie auch noch dies und jenes und haste nicht gesehen leisten. Viele Kinder, aber auch viele Eltern, sind häufig mit diesen Ansprüchen überfordert. Warum ist das so? Warum ist es schlecht, wenn man als Kind auch mal Computer spielt? Warum darf man nicht auch mal 2 Stunden vor der Glotze sitzen? Ich habe einen Sommer lang jeden Nachmittag vor dem Fernseher gehangen. Und? Hatte es schlechte Auswirkungen? Bin ich dadurch verblödet? Ich glaube nicht…

Ich denke gerne an meine Kindheit zurück. Es war viel einfacher und entspannter. Ich brachte gute Noten nach Hause, die mir nicht schwer fielen und das war es auch schon mit meinem zu erbringenden Soll. Ich durfte Game-Boy zocken, die Welt da Draußen genießen und, ja, auch fernsehen. (Was ich nach dem Sommer übrigens auch nie wieder in dem Maße praktiziert hab. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass das Leben mehr zu bieten hat. Gut, dass ich das damals schon gelernt hab!)

Rückblickend sehe ich, dass die Welt seit damals immer medialer geworden ist. Und dass es nicht nur Vorteile bringt. Die Medien zeigen uns, was ein schönes Leben, eine perfekte Figur, ein gelebter Traum ist und wie man es angeblich erhalten kann. Pfffft! Man kommt leider immer weiter weg vom eigenen Weg und vor allem vom eigenständigen Denken.

Aber dann sehe ich zum Glück auch andere um mich herum. Menschen, die nicht faul geworden sind, ihr eigenes Ding zu machen. Die ihre Kinder nicht nur nach Büchern erziehen (es gibt da einfach keine Anleitung für!), sondern mit Liebe und von ganzem Herzen. Die bestrebt sind, sich und die Welt neu zu erfinden, alte Traditionen  für sich neu zu entdecken und vor allem nicht dem Mainstream anzugehören.

Und ich freue mich, ein Teil davon zu sein. Mein Interesse an allen möglichen althergebrachten Handarbeiten ist zum Beispiel ein kreativer Ausdruck dessen. Etwas selbst kreieren, erschaffen und in den Händen zu halten ist ein so grandioses Gefühl, das man in seinem Leben mindestens 100 Mal erlebt haben muss.

Und ja, da bin auch hingekommen. Auch mit Computer-Spielen, Fernsehen und weiterem Medienkonsum. Es gab Umwege, vor allem aber viele, viele Stunden des Nachdenkens. Im Endeffekt hat mich das alles bestens auf die Zukunft vorbereitet. Wir können Medien nicht umgehen (allein, dass ich diesen Blog führe zeigt ja meine Affinität dafür), aber wir müssen lernen damit umzugehen, es unseren Kindern beibringen und sie auch ihre Erfahrungen damit machen lassen.

Jetzt gerade leben wir in einer Zeit „der nicht mehr wegzudenkenden Medien“, die sich damals in den 80er/90er-Jahren begonnen hat zu entwickeln. Und gleichzeitig beginnt die Zeit der Rückbesinnung auf alte Traditionen. Schon mal in den Zeitschriftenläden gestöbert? Wie viele neue Strick-/Häkel- und weitere Do-It-Yourself-Zeitschriften sind allein im letzten Jahr dazu gekommen? Unglaublich. Foren und Internetplattformen wie Ravelry und DaWanda haben immer stärkeren Zulauf. Bastel- und Handarbeits-Videos sind bei Youtube immer top gefragt! Man will wieder was „machen“!

Und was brauchen wir dafür? Medien. Internet. Computerkenntnisse.Eine Fusion aus diesen Dingen und dem Wunsch nach Kreativität, nach neuen Herausforderungen und der Suche nach dem ganz eigenen Weg.

Und das haben wir ja auch. Vor allem wir, die Kinder der 80er. 🙂

P.S.: Und heute spiele ich immer noch gerne NintendoDS oder sehe meine geliebten Anime-Serien. Ist es nicht toll, wenn man mit solchen Dingen auch wieder ganz schnell und sei es nur für eine kurze Zeit Kind sein kann?

Advertisements

»

  1. ch bin ein Kind der 80 er Jahre

    – Wenn wir in die Schule mussten stiegen wir aufs Fahrrad oder in den Bus ein. Unsere Eltern fuhren uns nicht mit dem Auto hin.

    – Wir bekamen Stubenarrest und wir verklagten trotzdem unsere Eltern nicht wegen Freiheitsberaubung und brauchten eine Therapie.

    – Wir gingen nach der Schule auf die Straße und kamen wieder wenn es dunkel wurde. Und wir hatten kein Handy dabei.

    – Unsere Eltern haben uns nicht überwacht genauso wenig wie Ü-Kameras in der Stadt . Das war ein Gefühl von Freiheit und Sicherheit.

    – Wir bekamen nur ein einziges Weinachts/ oder Geburtstagsgeschenk das unsere Eltern für uns ausgesucht haben. Daher wurde es in Geschenkpapier verpackt.
    Das warder Sinn. Unsere Eltern beschäftigten sich mit uns und beobachteten unsere Vorlieben.

    – Unsere Geschenke mussten wir lernen zu teilen mit unseren Geschwistern. Das führte zu Konflikten die wir lösen mussten ohne Super-Nanny

    – Eltern die ihren 11 jährigen Töchtern die Anti-Baby-Pille verschaffen und sie mit 9 Jahren schon schminken lassen wurden die Kinder weggenommen

    – Es gab Filme die wir aufgrund unseres Alters nicht sehen durften. Wir wussten nicht was Pornographie ist und wir lebten unsere Kindheit ohne
    solche Dinge in Ruhe aus.

    – Pornodarstellerinnen, Geschlechtsumwandlung, Homosexualität , Polygamie gehörten nicht ins Nachmittagsprogramm des Fernsehens. Und niemand galt
    als spießig , weil er mit 13 noch keinen Sex hatte.

    – Frauen trugen Kopftücher , und niemand glaubte sie wird unterdrückt. Sie durfte halt nicht halbnackt auf der Straße rumlaufen , weil genauso wie
    bei unseren Eltern man der Meinung war Kinder sollten so lange wie möglich Kinder bleiben , erwachsen sind sie noch den größten teil ihres Lebens.

    – Wir dachten uns Rollenspiele aus , und verbrachten die Zeit auf Spielplätzen , fuhren Fahrrad , und tauschten Pannini Sammelbilder mit fremden
    Kindern die wir nicht kannten aus. Wir spielten Murmeln oder Autoquartett.

    – Wir telefonierten nur wenn es sinnvoll war um sich zu verabreden und nicht um Zeit totzuschlagen. Es gab keine Flatrates oder Schnurlose Telefone
    also mussten wir uns kurz fassen. Wenn wir mit einem Menschen lange reden wollte mussten wir uns mit ihm treffen. Diese Zeit mussten wir uns nehmen.

    – Wir spielten mit unseren Eltern Gesellschaftsspiele wie Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht oder gingen Picknicken. Wir fuhren gemeinsam ins
    Frei oder Hallenbad. Unsere Eltern brauchten nicht das allerneuste Telefonmodell , sondern das Geld gaben sie für ihre Kinder aus.

    – Der Fernseher ( es gab nur einen ) stand im Wohnzimmer unserer Eltern. Wir durften nicht alles gucken oder alleine dort ran. Wir schauten zeickentrickfilme
    wie Saber Rider , Bravestarr , He-Man , Ghostbusters. Diese Kinderserien vermittelten immer nach einer Folge einen wichtigen Hinweis für soziales verhalten.

    – Wenn wir Abendbrot aßen , mussten wir solange sitzen bleiben bis alle fertig waren.

    – unsere Eltern sagten uns alles nur einmal , wenn wir nicht hörten , wurden wir bestraft.

    – Es wurde nicht diskutiert oder wie bei Waldorfs ausgetanzt. Wenn unsere Eltern sagten ins Bett , dann meinten sie das auch.

    – Wir liebten es Regeln zu übertreten , nahmen aber auch die Konsequenzen hin. Wir weinten , lachten , fluchten , aber hatten trotzdem Respekt.

    – Wenn wir in die Vorpubertät kamen und zuviel Energie hatten , schickten uns unsere Eltern auf die Straße zum spielen , und stopften uns nicht mit Retalin voll.

  2. Anonymität und Privatsphäre waren wichtig , und bedeuteten nicht zwangsläufig das man was zu verheimlichen hat.

    – Gemeinsame Urlaubserlebnisse oder Privatfotos wurden nicht öffentlich ausgestellt wie heute via Facebook und Co.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s