Das Lichterfest

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Und als sie ankamen konnten sie es kaum glauben. So viele Wichtel, Zwerge, Gnome, Elfen und Feen waren zu sehen. Auch Trolle und Kobolde waren gekommen. Und überall waren Tiere. Es war ein wirklich großes Fest, das keine Wünsche offen ließ.

Die Kugelbahn wurde zu Friedrichs Freude wieder aufgebaut und er half tatkräftig dabei. Hägar ließ sich, trotz knurrenden Magens nicht zum Essen verleiten, sondern brachte eine Leckerei nach der anderen zur großen Tafel. Annette lief aufgeregt vor der Bühne auf und ab. Änderte hier noch ein Kostüm und ließ sich dort noch einmal den Text aufsagen. Die Bärchen spielten mit den anderen Tieren – Niklas hatte Teddy seinen Fußball wieder gegeben – und waren glücklich und ausgelassen. Und Niklas. Ja unser Niklas saß auf einem runden Stein und starrte vor sich hin. Da sprang Emmie auf seine Schulter. „Was hast du denn?“, fragte sie. „Ich bin nervös.“ „Warum?“ „Weil ich die Geschichte zu Beginn des Festes vorlesen soll.“ „Und?“ „Und das ist eine wirklich große Aufgabe und ich habe Angst davor, dass ich das nicht schaffe.“ „Warum?“ „Weil alles mögliche passieren kann. Weil ich mich verhaspeln könnte, weil ich umfallen könnte, weil…“ „Und was wäre dann?“, fragte sie weiter. „Ich weiß nicht“, sagte Niklas, „das ist ja das Schlimme.“ „Hm. Dann mach dir doch einfach keine Gedanken darüber. Wenn… Falls… Vielleicht… Das bringt dich ja nicht weiter. Ich glaube, dass du das ganz, ganz toll machen wirst und das, egal was passiert, du für mindestens eine Person sowieso der Größte bist.“ „Echt? Für wen?“ Emmie zwinkerte ihn an, sprang von seiner Schulter und eilte davon. Niklas grübelte. Und dann ging er zur Bühne. „Los, Du bist dran!“ Annette schob ihn hinauf. „Viel Glück!“ „D-d-danke“, stammelte Niklas und stellte sich in die Mitte der Bühne. Und als er das Buch aufklappte und die goldenen Lettern sah, da überkam ihn eine solche Stärke und Ruhe, dass er mühelos und laut und deutlich die Legende vom Grünen Mann, den Bringer des Lichts, vorlas. Am Ende wurde er bejubelt und beklatscht. Keiner hatte das Märchen schon einmal schöner vorgetragen. Da waren sich alle einig. Niklas war überglücklich.

Und so feierten alle ausgelassen und fröhlich und vertrieben die Nacht mit ihrem Lachen und den blitzenden Augen. Alles erstrahlte. Und als dann die Zeit gekommen war, dass das Licht wieder kehren sollte, da schaute Niklas zum großen Baum und sah in seinen Zweigen Emmie sitzen. Sie winkte ihm zu. Er trat näher und sah eine kleine Holztreppe, die hinauf führte. Sie sprang immer weiter hoch, von Ast zu Ast, und Niklas folgte ihr. Sollte er wirklich wahr werden? Sein Traum einmal von der Spitze des Baumes das erste Licht des neuen Jahres zu sehen? Er konnte sein Glück kaum fassen. Oben angekommen setzte er sich zu Emmie auf einen Ast. Sie sah ihn an. „Danke“, sprach er, „woher wusstest Du das?“ Sie neigte sich zu ihm und kuschelte ihren Kopf an seinen. Er küsste sie voller Glück auf die Nasenspitze. Da leuchtete sie auf, wurde immer heller und plötzlich saß da eine Wichtel-Zwergin vor ihm. „Was?… Was ist passiert?“, fragte er und sie sah ihn voller Freude an. „Endlich! Endlich bin ich wieder ein Wichtel-Zwerg! Hurra! Du glaubst gar nicht, wie das ist, ein Eichhörnchen zu sein. Ich sag Dir…“ „Was ist denn mit Dir passiert?“, wollte er wissen, immer noch überrascht nun kein Eichhörnchen mehr neben sich zu sehen. Sie sah ihn bekümmert an: „Ich hab mir meinen Bart abgeschnitten, weil er mir so lästig war und plötzlich war ich ein Eichhörnchen. Jahre lang wusste ich nicht ein noch aus, bis mir ein Schmetterling verriet, wie ich dieses Missgeschick wieder rückgängig machen kann. Ich musste jemanden finden, der voller Glück und Freude ist, die ich ihm bereitet hab. Und dieser jemand musste mich küssen.“ „Und du hast mich ausgesucht?“, fragte er, „Warum?“ „Weil ich gerne bei Dir bin. Ich wohnte ganz lange in der großen Eiche direkt neben deinem Haus und habe dich beobachtet. Wie liebevoll du mit allen umgehst und wie wunderbar zu allen bist. Und da dachte ich, dass Du der Richtige wärst.“ Sie sahen einander an und lächelten. „Und dass ich gerne mal hier oben sein möchte? Woher wusstest du das?“ „Das hast du einmal der Eiche erzählt. Ich saß direkt über dir.“  Sie lächelte ihn an. Und bevor er etwas erwidern konnte zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und sie sahen, eng aneinander gekuschelt, dem ersten neuen Tag entgegen.

Unten, am Fuß der Tanne, lief ein kleiner Wichtel und trug eine Botschaft hoch über seinem Kopf: „Gesegnet sei das Licht und die Liebe!“

Ich liiiebe Happy Ends! Ich hoffe ihr auch.

Habt ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Eure Annie

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