Weihnachten oder Yul?

Standard

Eigentlich wollte ich schon gestern diesen Artikel posten, aber ich kam einfach nicht dazu ihn zu verfassen.

In nicht mal einem Monat (also gestern in genau einem Monat) ist nämlich Yul, das Wintersonnenwendfest. Früher hier, heute in nördlicheren Regionen immer noch hoch gefeiert (oft auch Jul geschrieben), steht an diesem Tag nämlich das wiederkehrende Licht im Vordergrund. Von da an werden die Tage wieder länger und die Vorfreude auf den Sommer noch größer. Unsere frühesten Vorfahren müssen dies, ohne Elektrizität und diverse andere Annehmlichkeiten, wohl ehrfürchtig und hoffnungsvoll herbeigesehnt haben. Ich tu es aber auch! 😉

Ich kann mir kaum vorstellen, wie es ist, wenn ich „mitten in der Natur“ leben müsste und auf die Jahreszeiten so angewiesen wäre. Und ich glaube, dass dieses Fest, dass den Anfang des neuen Jahres bestimmt, einen ganz eigenen Charakter hatte. Die Angst, dass die Sonne vielleicht doch nicht wieder kommen könnte, bis kurz vor Sicht des ersten neuen Lichtstrahls, sollte bestimmt nicht unterschätzt werden. Umso größer war vermutlich die Freude und Erleichterung, wenn die Götter wohl gesonnen waren und die zarten Strahlen der Sonne endlich zum Vorschein kamen.

Viele Völker feiern diese oder ähnliche Begebenheiten bis heute und zeigen damit ihre Dankbarkeit und Lebensfreude. Dass andere Religionen dies übernahmen oder integrierten ist natürtlich logisch. Und was machen wir heute mit Yul?

Heute feiern die meisten von uns, auf jeden Fall in unseren Breitengraden, etwas ähnliches: Weihnachten. Ob nun der Weihnachtsmann – abgeleitet vom Heiligen Nikolaus, der wiederum abgeleitet vom „Grünen Mann“ – Geschenke bringt, oder ob es das Christkind tut: Immer geht es eigentlich um das Geschenk des Lichts, des Lebens und der damit verbundenen Lebensfreude.

Mir selbst fällt es schwer Yul vor Weihnachten zu stellen. Wenngleich ich es „sinnvoller“ finden würde diesen Tag zu feiern, der ja wirklich ein „natürlich bedeutsamer“ Tag ist. Weihnachten ist hier so sehr verwurzelt und es sind die einzigen „Heiligen Tage“, die von der Gesellschaft sang- und klanglos als solche akzeptiert werden.

Also macht Annie was? Genau, sie feiert einfach alles! Das eine mehr, das andere weniger. 😉

Die Vorweihnachtszeit ist toll (schmücken und basteln und Geschenke kaufen und, und, und…) , an Yul des wiederkehrenden Lichts zu gedenken tut gut (ob alleine in Ruhe, oder mit wenigen ganz lieben Menschen um einen herum), die Weihnachtsfeiertage kann man eh kaum ohne eine Feier erleben und im Anschluss kann man dann die Rauhnächte genießen, welche sich zum orakeln und noch einmal „in sich kehren“ nutzen kann, bevor das neue Jahr so richtig los geht.

Hört sich gut an? Ist es auch! 😀

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s