Neuer Status: Patentante

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Ja es  ist wahr: Ich bin Patentante! Voll toll! Und noch von einem echt tollen und obercoolen Kind! Gut, das vernünftige Schlafen muss der kleine Matz noch lernen, aber damit muss ich mich ja gerade nicht rumschlagen. 😉

Auf jeden Fall ist das alles ganz großartig und ich bin auch echt total gerührt (ja immer noch, obwohl ich das alles schon seit geraumer Zeit weiß), dass seine Eltern mich ausgesucht haben. Vor allem ist es eine so große Sache für mich, weil da jemand sagt: „Wir möchten, dass Du unserem Kind hilfst, einen spirituellen Weg zu finden und wir wollen , dass Du Dich unserem Kind annimmst, wenn wir es nicht können.“ Es ist eine verwantwortungsvolle und ernst zu nehmende Aufgabe, zumal ich sie in diesem Fall alleine ausführe, und ich mache mir da natürlich auch meine Gedanken zu.

Generell ist das Thema Spritualität und Glaube heutzutage ja per se erstmal  hochdiskutiert. Früher gab es ja in erster Linie nur die Kirche. Da war es also ziemlich einfach, dem Schützling etwas beizubringen, schließlich haben ja (fast) alle nach diesem Glauben gelebt. Aber heute? Heute ist es schwierig genau das für sich zu finden, was man innerlich sucht. Und ja , ich glaube dass jeder innerlich nach etwas sucht. Und wenn es nicht Gott, die Göttin, Allah oder eine andere physikalische Kraft ist, die alles erschaftt, dann ist es das Ego, nach welchem man sich richtet. Egal was, jeder hat eine Vorstellung von etwas Größerem in sich, selbst wenn es „nur“ das eigene Dasein ist, welches man anerkennt. Schließlich glaubt man an etwas: an sich. Und was tun Religionen und spirituelle Gemeinschaften? Sie suchen einen Weg das Dasein eines jeden zu erklären und dazu eine höhere Macht, die den Kosmos, die Welt und alles in ihr erschaffen hat, voran zu stellen. Ist das abwegig? Veraltet? Längst überholt und gehört ausrangiert? Ich sage nein.

Nichts ist so wichtig für die Menschen, wie eine Gemeinschaft zu haben. Sei als Familie, als Freundeskreis, Verein jedweder Art oder eben spirituelle Gemeinschaft. Alle vier Formen haben unterschiedliche und ganz eigene Eigenschaften. Oft überschneiden sie sich (was für das Individuum sehr erfreulich ist, da es sich so umso „bestätigter“ und „am richtigen Platz“ fühlt), aber wenn das auch mal nicht der Fall ist, ist es nicht tragisch. Man kann eben nicht jedem Menschen über alles gleich gut reden. Schließlich hat jeder eine andere Vorstellung vom Leben und was es ihm bringen soll. Und das ist auch gut so! Schlecht wird es nur, wenn sich jemand von allen Gruppen ausgestoßen fühlt. Nicht zugehörig zu jemanden oder irgendetwas. Sehr guter Nährboden, für sehr schlechte Menschen, die nur manipulativ ihre Egoismen in der Welt durchsetzen wollen. Aber ich schweife zu sehr ab.

Was mache ich nun als Patentante?

Zunächst einmal muss man dazu sagen, dass das Kind nicht kirchlich getauft wurde, sondern eine „hauseigene“ Namenszeremonie bekommen hat. Diese Form wurde so gewählt, damit das Kind frei entscheiden kann, welcher spirituellen Gemeinschaft es später angehören möchte. Wenn es überhaupt eine haben möchte. (Ich finde, dass auch das immer eine Option sein sollte.)

Das heißt für mich, dass ich ihm eine neutrale Vertrauensperson diesbezüglich sein sollte. Aber geht das? Kann man den eigenen Glauben neutral vertreten und ihn anderen gegenüberstellen, ohne diese weniger gut dastehen zu lassen?  Ein schwieriges Unterfangen und ich hoffe wirklich, dass ich meine Aufgabe diesbezüglich gut machen werde. Denn ich sage, dass wirklich jeder das Recht hat, nach seinem eigenen Willen zu leben und glauben. Solange nichts und niemandem geschadet wird, wie es bei Extremisten leider immer der Fall ist, ist es nur natürlich, dass jedes Individuum seinen ganz eigenen Weg geht. Ja ich glaube, dass wir aus genau diesem Grund hier sind. Um eigene Erfahrungen zu machen, zu lernen und einfach – um zu leben.

Was heißt das in der Praxis?

Ich werde da sein, wenn Fragen kommen. Ich werde Denkanstöße geben, wenn sich Gelegenheiten bieten und ich werde versuchen möglichst viele Sichtweisen zu vermitteln, um das eine Ziel nicht aus dem Augen zu verlieren: Das dieser kleine neue Mensch seine ganz eigene Wahrheit und seinen Platz in dieser Welt findet. Ich freue mich wirklich, über diese Aufgabe. 🙂

Und ja, natürlich gab es auch ein Geschenk diesbezüglich meinerseits:

 

 

Ein Zwergenbeutel für den Zwerg und eine kleine „Venus von Willendorf“-Figur. Alles natürlich selbst hergestellt. 🙂

Oh ich merke, dass es vielleicht nicht ganz so wertneutral war, wie ich mich gerade so anprieß. Schließlich ist die Figur ein religiös-kulturelles Symbol der Göttin. Zumindest für mich…

Ach egal, was soll’s! Schließlich könnten Mickey Mouse und Winnie Pooh das Gleiche sein. Ob der göttliche Geist nun große schwarze Ohren hat, immer einen Honigtopf sucht oder eben weiblich ausladende Formen besitzt: Am Ende hat doch eh jeder ein ganz eigenes Bild davon, oder? 😉

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